01 August, 2012

Kreativität kommt in Wellen

Tony Schwarz, CEO von The Energy Project und Autor des Buches mit dem beeindruckenden Titel Be Excellent at Anything darf im Harvard Business Review Blog seine Kindheit aufarbeiten. Und wen interessiert das? Bitte da einfach freundlich darüber hinweg sehen, denn eine Geschichte aus seiner Kindheit heranzuziehen ist eine in Amerika weit verbreitete rhetorische (Un-)Sitte. Es ist also gar nicht so wichtig, ob Schwarz tatsächlich schon mit acht Jahren wusste, dass er kreativ veranlagt ist, interessanter ist da schon seine kleine Analyse, dass Kreativität sich in Wellen ausbreitet bzw. in wellenartigen Schüben kommt. Bitte jetzt nicht an Hitzewallungen denken. Vielmehr beschreibt Schwarz sehr schön, wie sich „rechte“ und „linke“ Gehirnhälfte im Kreativprozess ablösen und abwechseln. Ja, auch das Modell von linker und rechter Gehirnhälfte und seinen unterschiedlichen Funktionen ist etwas angestaubt dank aktueller Neurowissenschaften, aber ist es doch immer noch ein brauchbares Modell. Den Kreativprozess gliedert Tony Schwarz in 4 Phasen: 1. Wissensphase: hier ist die linke Hälfte aktiv, denn es geht darum, soviel wie möglich über das Problem zu erfahren. 2. Inkubation: Jetzt ist rechts dran. Oder sogar überhaupt keine Gehirnhälfte, wenn das denn ginge, denn es geht in dieser Phase um aktives Vergessen, setzen lassen, zurücknehmen, entspannen, wirken lassen. 3. Illumination: die rechte Gehirnhälfte kombiniert kreativ neue Lösungen und findet den Aha-Moment. Entscheidend hier ist allerdings, dass die Logik aussetzt, sonst kommt es zur Blockade und 4. Verifizierung: jetzt ist links wieder dran, denn es geht um die Konkretisierung der Idee, um das Abprüfen von Machbarkeit und Realisierung.
Ein schönes Hin- und Her, auf das man sich im Kreativprozess einlassen muss. Geduld ist angesagt, vor allem für Menschen, die stark nach links oder rechts neigen – natürlich im übertragenen Sinne gemeint. (Bild: Chiemsee 2012)

Kommentare:

  1. Eine interessante Entwicklung des Kreativprozesses. Dennoch gut, dass die Kreativität in Wellen kommt, so kann der geballte Ideenreichtum Impulse für Neues schaffen und wir verfallen nicht der monotonen Gewohnheit einen "kreativen Fluss" zu haben.

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